Weibliche Blogger / Pioniere
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- 16th-December-2008 #1
Weibliche Blogger / Pioniere
Für mehr Frauen-Power im Netz: Blogs statt Bikinibilder - taz.deBlogs statt Bikinibilder
Nirgendwo ist die Chance auf Gleichberechtigung so groß wie im Internet. In Deutschland müssen Frauen endlich damit anfangen, sie auch wirklich zu nutzen. VON MEREDITH HAAF
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Frauen haben, zumindest in den meisten Teilen der westlichen Welt, denselben Zugang zum Internet wie Männer auch: In Deutschland ist laut ARD-Online-Studie knapp die Hälfte der 40,8 Millionen regelmäßigen Nutzer weiblich. Das Netz ist also ein Gebiet, auf dem Frauen theoretisch nicht um ihre Gleichberechtigung kämpfen müssen. Die Möglichkeiten, kulturelle Muster und damit auch die traditionelle Rollenverteilung der Geschlechter zu durchbrechen, sind hier optimal. Vor allem, wenn man bedenkt, dass all die nutzerfreundlichen Web-2.0-Anwendungen eine besonders individuelle und autonome Selbstdarstellung ermöglichen. Allen Voraussetzungen nach könnte das Internet also so etwas wie ein feministisch-gleichberechtigtes Paradies darstellen. Doch wenn man sich um Internet umsieht, scheint die Entwicklung gerade eher in die umgekehrte Richtung zu laufen. Und das liegt leider an den Frauen selbst.
Reden wir über Social Networking. Websites wie MySpace, Facebook oder StudiVZ sind extrem populär. Vor allem unter Dreißigjährige nutzen diese praktischen Einrichtungen, um Leute kennen zu lernen, mit Freunden in Kontakt zu bleiben oder, wie bei MySpace, auch nach neuer Musik zu suchen. Elementarer Bestandteil dieser Netzwerke sind natürlich die individuellen Profile, deren Gestaltung mit Angaben über den persönlichen Geschmack, mehr oder weniger kultivierten Zitaten und Fotos eine Kunst für sich ist und nicht mehr und nicht weniger zeigt, als die Persönlichkeitsmerkmale, die die jeweiligen Nutzerinnen und Nutzer von sich der Öffentlichkeit vermitteln wollen.
Umso ermüdender ist es dann, wenn man beim Besuch solcher Seiten feststellt, dass die meisten jungen Frauen nichts weiter an sich hervorheben, als ihre Sexyhaftigkeit. Gerade die jüngeren Mädchen auf MySpace machen das, in dem sie sich in betont unterbekleideter und anzüglicher Manier präsentieren. Viele davon spielen auf sehr heterosexuelle Art mit angeblichen homosexuellen Neigungen, flirten sich gegenseitig geradezu aggressiv an, mit Gästebucheinträgen wie "Baby, du bist so heiß, ich will dich ausziehen" und sammeln solche Kommentare von Frauen wie Männern. Jeder Kommentar ist ein Punkt im Wettbewerb um Anerkennung.
Die älteren Mädchen bei StudiVZ oder Facebook sind zumeist der spätpubertären Sucht nach der eigenen Erotik entwachsen. Und doch zeigen sich auch hier viele Frauen in möglichst gefälligen Posen. Bikinibilder, Dirndldekolletés und massig Hüftknochen, Knackärsche und Schulterblätter füllen die Fotoalben der Netzwerknutzerinnen.
Nichts ist verwerflich daran, die eigene Attraktivität zu schätzen und zu betonen. Deprimierend ist die Ausschließlichkeit, mit der so viele das offenbar tun. Weil es schon ärgerlich genug ist, dass Frauen von den Medien zu oft auf ihr Aussehen reduziert werden, dass sie als schmückendes Beiwerk herhalten müssen und die Frauenmagazine ein lukratives Geschäft damit machen, genau diese Reduktion Woche für Woche auf Hochglanzpapier auszubreiten. Diese Selbstporträts als willige Hasen sind so frustrierend, weil sie in den seltensten Fällen zutreffen. Aber Frauen entscheiden sich im Netz selbst, sich getreu dem sexistischen Abziehbild darzustellen: als hübsche Fläche und heiße Kurven mit nichts dahinter.
Ein weiteres Geschlechterklischee halten viele netzaktive Frauen aufrecht: Das längst überholte Paradigma von dem Privaten als weiblicher Sphäre und dem Öffentlichen als männlicher Angelegenheit manifestiert sich in den Weblogs, jener anderen großen Web-2.0-Anwendung. Das haben Forscherinnen sowohl an der Ruhr-Universität Bochum als auch an der Universität Indiana und die Webaktivistin Dana Boyd in unterschiedlichen Studien festgestellt.
Nach wie vor tauchen in den Top 50 der deutschen Blogcharts - deren Zuverlässigkeit nicht unumstritten ist - so gut wie nie Webjournale von Frauen auf. Dabei stellen die nach einer Erhebung des Websoziologen Jan Schmidt von der Universität Bamberg 45 Prozent der Blogbetreiber. Für diesen Widerspruch gibt es eine einfache Erklärung: Frauen und Männer bloggen unterschiedlich. Männer verbreiten im Netz Nachrichten und persönlichen Auslassungen zu Themen wie Politik, Technik, Wirtschaft oder Sport. Frauen tendieren zu Themen, die nach traditionellem Verständnis eher im geheimen Tagebuch oder im Gespräch mit Freunden verhandelt werden: Gefühle, Gesundheit, Haushalt, meist aus einer persönlichen Perspektive. Klar ist das auch wichtig - aber der Informationswert für die Allgemeinheit ist da recht begrenzt. Es gibt keine Geschlechterdichotomie der Interessen. Frauen interessieren sich genau so für Politik oder Ökologie wie Männer und sind in gesellschaftlichen Bereichen ebenso engagiert wie diese. Trotzdem zeigen sie das kaum.
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Im deutschsprachigen Raum lassen sich die bekannten feministischen Blogs an einer Hand abzählen: Sonja Eismanns Plastikmaedchen ist vor allem eine Sammlung von Texten der Autorin, der Maedchenblog ist eine schöne, genderwissenschaftlich sensibilisierte Seite, und der Genderblog wird vom Feministen Rochus Wolff geführt. Viel mehr gibt es derzeit noch nicht. Doch das kann innerhalb der nächsten Woche schon anders werden - weil jede und jeder heute einfach eine Seite starten und sich anderen Mitstreiterinnen und Mitstreitern dadurch bekannt machen kann.
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Nirgends ist all das so einfach zu machen wie im Netz. Solange Frauen sich darauf konzentrieren, Niedlichbilder von sich hochzuladen, Jungs zu beeindrucken und über ihre Yogastunden zu schreiben, wird dabei allerdings nicht allzu viel herum kommen.
Interessanterweise spiegelt sich hier wieder was ich immer wieder gerne vermute. Männer schauen sich gerne hümsche Frauen an, Frauen wollen hümsch aussehen. Wie füreinander gemacht könnte man meinen....Last edited by Feckless; 16th-December-2008 at 02:07 PM.
Disclaimer:The men's and fathers' movement needs to make sure it never sees females as the enemy,but only misandry--whether from females or from males.If not, we'll become like the bigoted feminists that this movement was formed to oppose.Glenn Sacks
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Re: Weibliche Blogger / Pioniere
http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E...~Scontent.htmlPionierinnen - Fehlanzeige!
Frauen, wir haben versagt!
Unsere Omas wären froh gewesen, hätten sie unsere Möglichkeiten gehabt
[...]
Seither lässt mich die Frage nicht los: Warum ist dieser Zuckerberg (Erfinder von Facebook) eigentlich keine Frau? Zig Frauen studieren in Harvard Psychologie wie er. Sicher bricht auch die ein oder andere das Studium ab wie Zuckerberg. Und dann die jungen Informatikerinnen. Warum hat keine von denen eine dieser hippen Communitys erfunden? Die Idee wenigstens kopiert oder ins Deutsche übersetzt? Die Jungs von StudiVZ oder Xing leben davon. Youtube, Myspace, weiß-nicht-was. Im Web 2.0, zumindest an vorderer Front, toben sich die Milchbubis aus. Frauen, wir haben versagt! Schon wieder eine Revolution, die ohne uns auskommt.
[..]
Einmal habe ich es gewagt, Freundinnen von meinem Traum zu erzählen. Das war ein Fehler. Der Ton wurde schnell biestig. Zuckerberg wäre bestimmt eine Frau, wurde ich angegriffen, wenn Frauen endlich gleichberechtigt wären. Die Argumente waren die üblichen: das staatliche Versagen bei den Krippen, patriarchalische Denkmuster, das fehlende Rollenmodell, aufgezwungene Lebensentwürfe.
Wollen wir uns das wirklich einreden? Glaube doch niemand, der Staat könne es richten. Oder gar noch mehr Gründerinnenseminare der Handelskammern. In der Garage von Bill Gates hat auch kein Coach vorbeigeschaut.
Die Chance haben Frauen schon seit 20 Jahren
Gewiss, es gibt sie, die paar strahlenden Pionierinnen: die Modedesignerin Jil Sander. Liliane Bettencourt, die Gründerin von L’Oréal. Anita Roddick, die in den siebziger Jahren ihre ersten Body-Shop-Filialen eröffnete (mit zwei kleinen Kindern im Schlepptau, während der Mann zwei Jahre lang auf dem Pferd durch Südamerika ritt). Bewundernswerte Karrieren, doch das sind Ausnahmen. Denn es waren eben doch die Männer, die den Takt der globalen Wirtschaft verändert haben. Von der Industrialisierung im 19. Jahrhundert über die IT-Revolution bis zur New Economy und Zuckerbergs Milchbubis.
Dabei hätten Frauen seit bestimmt zwanzig Jahren die Chance, sich unter die Goldgräber zu mischen. Dass wir das nicht tun, hat zuallererst mit uns zu tun. Mit unserem Naturell, unseren Wünschen, Neigungen und Prioritäten bei der Lebensplanung.
Wenn einmal eine Frau einen Konzern regiert, dann nicht weil sie ihn erfunden hat. Sie hat ihn geheiratet, wie im Fall von Friede Springer und Liz Mohn. Oder sie hat ihn geerbt. In der Nachfolge innerhalb von Familienunternehmen setzt sich die Emanzipation allmählich durch: Töchter brauen heute Bier (Warsteiner), verkaufen Pauschalreisen (Öger Tours), beglücken die Weltmärkte mit Hightech-Lasern (Trumpf). Manche der Frauen erledigen diese Aufgaben gut, andere weniger. Ganz wie die Männer.
Nur die brillante Idee, die einen globalen Champion oder gar eine neue Epoche der Wirtschaftsgeschichte begründet, die stammt im Zweifel von einem Mann. In dieser Kategorie fallen wir bis heute aus.
[...]
New Economy und Biotech dagegen, Mitte der neunziger Jahre, haben wir irgendwie verpasst. Nicht mal eine grandios Gescheiterte haben wir vorzuweisen. An unserer Intelligenz kann es nicht liegen. Jeder zweite Abiturient, jede zweite Studierende ist heute ein Mädchen. Niemand versperrt ihnen den Weg in den Maschinenbau. Landen sie trotzdem in den Frauenfakultäten, den Geisteswissenschaften, dann aus freien Stücken. Shakespeare prickelt mehr als das schickste Nanoteilchen.
Männer, simpel gestrickt, wie sie sind, studieren, was ihnen nützt. Und wenn sich ein Fach nicht mehr rechnet, dann wählen sie das nächste. Oder warum steigt der Anteil der angehenden Ärztinnen? Die Jungs haben längst spitz bekommen, dass Mediziner schlechter verdienen als früher.
Der Wagemut macht den Unterschied
Natürlich hat es Mark Zuckerberg nicht geschadet, dass er programmieren kann. Aber das können viele. Die neue Idee und der Wagemut machen den Unterschied. Auch eine Webdesignerin hätte erkennen können: Hey, es wäre doch lustig, wenn ich mir im Internet Videos meiner Lieblingsband angucken und die gleich meinen Freundinnen mailen könnte. Viel mehr steckt nicht hinter Myspace.
Während meiner Studienzeit, als sich gerade die Biotech-Welle aufbaute, kannte ich viele Chemikerinnen, Biologinnen und Biochemikerinnen. Auch Betriebswirtinnen. Es waren jedoch die Kommilitonen, die sich Venture Capital für Bolzenschneider, Mikroskope, Pipetten und Schüttelkolben besorgt haben, was wir alle wissen, weil sie damit laut und oft genug geprahlt haben. Von den Frauen in meinem Umkreis war keine dabei. Wir waren damals Mitte zwanzig. Es hätte unsere Chance sein können. Der Gedanke an Kinder hat uns damals nicht abgehalten. Die kamen viel später.
Die Frauen spielen in einer unteren Liga
Natürlich finden sich auch unter meinen Freundinnen Unternehmerinnen. Jede dritte Firma in Deutschland wird heute von einer Frau gegründet. Regelmäßig ruft die Republik deshalb eine Gründerinnen-Welle („Frauen auf dem Sprung“) aus. Aber diese Frauen spielen nicht in der Zuckerberg-Liga: Sie eröffnen Friseursalons, Cafés und Modeboutiquen. Sie machen sich selbständig als Anwältinnen, Ärztinnen, Architektinnen.
Männer haben uns eines voraus: Sie sind dreist und unglaublich selbstsicher. So sind Gründernaturen. Forscher an der Erasmus Universität Rotterdam beschreiben das so: Gründer „überschätzen sich selbst und die Erfolgschancen ihrer Geschäftsideen“. Und „Männer neigen viel eher zur Selbstüberschätzung als Frauen.“ Männer mit dem Gründer-Gen dagegen sind von ihren Ideen blind besessen. Sie stürzen sich in Verhandlungen mit ihrer Bank wie Fallschirmspringer aus dem Flugzeug. Der Gedanke an das viele Geld, das sie verdienen könnten, macht sie kribbelig.
Gern was Solides
Wenn Frauen gründen, dann oft um über die Runden zu kommen. Weil sie nach mehreren Jahren Babypause keine feste Stelle mehr finden. Weil sie der Familie wegen keinen Vollzeitjob wollen. Ein Viertel aller selbständigen Frauen arbeitet weniger als 20 Stunden.
Frauen bauen sich gerne etwas Solides auf. Kleine Kredite, kleine Brötchen, kleine Gewinne. Wir Frauen hassen es zu scheitern. Je jünger wir sind, je unerfahrener, desto größer die Angst. Frauen mit 20 riskieren es höchst selten, ein Unternehmen zu starten. Ob das nun ein Wesenszug ist, genetisch bedingt oder gesellschaftlich auferzwungen, ich weiß es nicht.
Zuckerberg jedenfalls hatte schon mehrere Flops hinter sich, als er mit 19 Jahren Facebook erfand. Auch ein Lars Hinrichs, Gründer von Xing, kennt sich aus mit misslungenen Geschäftsideen. Solche Leute geben nicht auf, rennen zum nächsten Investor, mit der nächsten Idee. Frauen fragen schon beim ersten Banktermin, was passiert, falls ihr Projekt scheitert. Sie sind Realisten. New Economy wäre Frauen nie passiert. Das war ein männlicher Kreativ-Exzess, frei von Ängsten und Realitätssicherungen.
Disclaimer:The men's and fathers' movement needs to make sure it never sees females as the enemy,but only misandry--whether from females or from males.If not, we'll become like the bigoted feminists that this movement was formed to oppose.Glenn Sacks
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